Immer mehr Städte, Kommunen sowie andere EU-Länder beschließen die Versorgung mit Periodenartikeln zu übernehmen, um im Bedarfsfall hygienische Produkte anbieten zu können.

Das erste Mal tritt die monatliche Regelblutung durchschnittlich zwischen dem elften und vierzehnten Lebensjahr auf und beeinflusst das Leben von diesem Zeitpunkt an monatlich bis zum Beginn der Wechseljahre. Besonders in der Pubertät setzt die Menstruation oft unregelmäßig ein, sodass die notwendigen Hygieneartikel häufig nicht zur Hand sind.

Die Periode nimmt keine Rücksicht auf den Zeitpunkt oder die Lebenssituation, lässt sichnicht beeinflussen oder regulieren. Daher passiert es nicht selten, dass Menschen plötzlich und unerwartet in die Situation kommen, dass sie akut Periodenhygieneartikel benötigen. Diese Situationen ereignen sich auf der Schultoilette vor einem wichtigen Referat, auf der Toilette der Arbeitsstelle, während eines langen Tages oder auf einer öffentlichen Toilette, vor einem wichtigen Gespräch. Daher sollten diese Artikel dann schnell und kostenlos zur Verfügung stehen.

Es sind Situationen, in denen die betroffenen Menschen massiv eingeschränkt werden und mit Scham reagieren; Scham und Einschränkungen für einen natürlichen biologischen Prozess des Körpers.

Zu dieser Problematik kommt die Tatsache, dass laut des ALG-II-Regelsatzes (ab Januar 2021) einer alleinstehenden oder alleinerziehenden Person 17,02 € des Gesamtsatzes von 446 € für den Einkauf von Gesundheits- und Pflegeartikeln pro Monat zur Verfügung stehen. Etwa die Hälfte unserer Bevölkerung wird hier vor besondere Herausforderungen gestellt, denn sie müssen neben Hygieneprodukten des täglichen Bedarfs, auch Menstruationsartikel wie Binden und Tampons erwerben.

Die Kosten für diese Produkte werden monatlich auf bis zu 15 € geschätzt – Schmerzmittel oder ähnliche mit der Menstruation verbundene Kosten sind dort noch nicht mit eingerechnet. Das Problem, das hier deutlich wird, hat seit einiger Zeit einen Namen: Man spricht von Periodenarmut – Armut, die auftritt, wenn sich Menschen diese Produkte nicht mehr leisten können. Sie beginnen dann Stoffreste oder Toilettenpapier zu benutzen, was eine gesundheitliche Gefahr darstellt, nehmen weniger bis gar nicht am gesellschaftlichen Leben teil, was zu sozialen und psychischen Problemen führt.

Eine Befragung der Universität Bayreuth hat ergeben, dass sich dort sogar jede fünfte menstruierende Person nicht jederzeit Periodenhygieneartikel kaufen kann. Diesen Beispielen wollen wir als Fraktionen die LINKE und Bündnis 90 / Die GRÜNEN , wie schon zuvor in anderen Städten, u.a. Nürnberg oder Rosenheim, folgen und einen Beitrag zur Enttabuisierung des Themas Menstruation leisten und mit konkrete Unterstützung im Alltag anbieten.

Deshalb haben wir, zusammen mit der Fraktion Die LINKE, beantragt, auf öffentlichen Toiletten und an Schulen kostenlos Hygieneartikel bereitzustellen.

Der Antrag wurde zur Weiterverfolgung angenommen.